FC SCHWÜRBITZ 1909
Die Roten Teufel

II. Epoche

Die zweite Epoche begann am Ostersamstag des Jahres 1919, als der Gemeindediener Adam Stettner mit der Ortsschelle durch die Straßen zog und verkündete, daß sich all die jungen Männer am zweiten Osterfeiertag um 13 Uhr in der Gastwirtschaft Andreas Höllein (heutiges Anwesen Bach, Michelauer Straße 12) einfinden mögen, die Interesse an der Wiederbelebung des Fußballclubs hätten.

 

Mit 48 Mitgliedern fand somit am zweiten Osterfeiertag die Wiedergeburt des FC Schwürbitz statt und Erhard Werthmann wurde zum 1. Vorstand gewählt.

 

Gastwirt Andreas Höllein fand sich bereit, seine am Main gelegene Wiese als Sportplatz an den Fußballclub zu verpachten.

 

Nach kurzer Zeit war der Sportplatz entstanden und eine 1. und 2.Mannschaft konnte gebildet werden.

 

Zu Beginn der Verbandsspiele im Herbst 1919 war bereits die Meldung beim Süddeutschen Fußballverband erfolgt und die 1. Mannschaft spielte in der C-Klasse „Gau-Frankenwald“.

 

Da es in der damaligen Zeit noch sehr wenig Fußballvereine gab, mußte die 1. Mannschaft zu Verbandsspielen nach Arzberg, Selb, Rehau usw. fahren, was natürlich mit enormen Unkosten verbunden war.

 

 

 

Auch der FC Kronach und der FC Lichtenfels spielten dort.

 

Bereits im Jahre 1921 wurde in der C-Klasse die Meisterschaft errungen, so daß der Übertritt in die B-Klasse erfolgen konnte.

 

Hier ein Bild aus dem Jahr 1923:



Das Jahr 1925 brachte den Aufstieg in die A-Klasse.

 

Mit dem Jahre 1933, als das „glorreiche 3. Reich“ erstand, begann auch in der Sportbewegung eine gewaltige Umwälzung, die mehr politische als sportliche Aspekte hatte.

 

Unter der Leitung des damaligen Reichssportführers von Tschammer und Osten fand eine gründliche Reorganisation der Sportvereine statt.

 

Es wurden neue Kreise gebildet und der FC Schwürbitz wurde in die Kreisklasse II eingeteilt.

 

Die Wiedereinführung von Wehrpflicht, Arbeitsdienst usw. riss tiefe Lücken in den Fußballclub.

 

Trotzdem konnte der FC im Jahre 1937 den Aufstieg in die Kreisklasse I erringen.

 

Dort konnte man einen ansehnlichen Tabellenplatz behaupten, bis dann im Jahre 1939 der unglückselige 2. Weltkrieg seinen Anfang nahm und damit der Sport sein Ende.

 

Bevor wir diese 2. Epoche abschließen, wollen zwei Männer genannt sein, die in langen Jahren die tragenden Säulen des Vereins waren.

 

Hauptlehrer Henkel, der auch lange Jahre das Amt des 1. Vorsitzenden des Gaues Frankenwald inne hatte.

 

Er verstarb 1955 in seiner Heimatstadt Bamberg.

 

Als zweiter großer Förderer des Vereins in der damaligen Zeit darf Lehrer Götz genannt werden, der jahrelang an der hiesigen Volksschule wirkte und später seinen Lebensabend in Stadtsteinach verbrachte (Stadtsteinach wurde deshalb später Patenverein).

 

Lehrer Götz war täglich auf dem Sportplatz zu finden und wenn der Ruf an ihn erging, wirkte er auch in der 1. Mannschaft aktiv mit.

 

Diesen beiden Männern gilt der besondere Dank, denn sie haben materielle und finanzielle Opfer nicht gescheut.

 

Beispielsweise hat Hauptlehrer Henkel damals die Kaufsumme von Fußballstiefeln ausgelegt (vielen Fußballern fehlte damals das Geld zum Stiefelkauf), aber unter einer Bedingung:

 

die Stiefel mußten am Montag früh frisch geputzt bei ihm abgegeben und am Samstag wieder abgeholt werden.

 

Das ging so lange, bis die Schuhe ganz abbezahlt waren.

 

Erst dann gingen sie in den Besitz des Spielers über.

 

 

 

Als der blutigste Krieg aller Zeiten im Mai 1945 zu Ende war, dachte wohl niemand daran, daß sich der Fußballsport noch einmal aufraffen würde.

Hunger, Not und Elend waren die täglichen Begleiterscheinungen.