FC SCHWÜRBITZ 1909
Die Roten Teufel

III. Epoche

Bereits drei Monate später, im August 1945, war es ein alter Pionier des Fußballsports, der die dritte Epoche einleitete.

 

Andreas Bergmann (genannt „Der Gelb“).

 

 

 

Doch vorerst nochmals zurück ins Jahr 1939.

 

So fand am 3. Dezember 1939 nochmals eine außerordentliche Versammlung in der Gastwirtschaft Pülz mit „Vereinsführer“ Andreas Bergmann statt.

 

Wegen des 2. Weltkrieges gab es dann bis 1945 keine Eintragungen mehr im Protokollbuch.

 

Nachdem der 2. Weltkrieg zu Ende ging, findet man im September 1945 wieder Protokolleinträge, die sehr bewegend sind und einem jeden Mitglied „sehr nahe gingen“.

 

 

 

So steht geschrieben:

 

 

 

„Seit 4 Monaten sind die Fackeln eines schrecklichen Krieges, der 6 Jahre lang die ganze Welt in noch nie da gewesenes Unglück stürzte, erloschen.

 

Bis auf einige Ausnahmen, waren alle Mitglieder eingezogen, von denen ein großer Teil sein Leben auf dem Schlachtfeld lassen musste, ein weiterer Teil als Kriegsversehrte zurückgekehrt ist.

 

Außer einigen Vermissten ist es noch eine beachtliche Zahl, die noch das harte Los der Gefangenschaft zu ertragen haben.

 

Den Wunsch der sportbegeisterten Jugend Rechnung tragend, hat nun vor einigen Wochen der damalige Vorstand Andreas Bergmann das Ruder des Vereins wieder ergriffen, und mit einer vorerst kleinen Zahl von Anhängern, den Sportbetrieb wieder eröffnet.

 

Es muß allen Beteiligten hoch angerechnet werden, die sich für eine momentan aussichtslose Sache mit einem unerhörten Eifer einsetzen, denn die primitivsten Mittel, wie Schuhe, Sportbekleidung, Bälle usw. fehlen und ist auch an eine Anschaffung vorerst gar nicht zu denken.

 

Eine weitere Frage bildet der Sportplatz, der vom Besitzer Albert Höllein wegen des Krieges in Ackerland umgearbeitet wurde.

 

So mussten zunächst einige Spiele auswärts ausgetragen werden, einige auf dem Platz des FC Marktzeuln, bis es endlich gelang, für 3 Sonntage die Wiese von Landwirt Hans Fleischmann (an der Michelauer Straße – gegenüber dem heutigen Autohaus Engelhardt) zu bekommen.

 

Obwohl von der Vorstandschaft alles versucht wurde, fragliche Wiese für 1 Jahr wenigstens zu bekommen, scheiterten alle Versuche.

 

Eine Sammlung bei den Mitgliedern und Gönnern des Vereins, sowie 2 Bälle an den beiden Kirchweihtagen, im Saale Gick, brachten den Verein das nötige finanzielle Rückgrat.

 

Nach langen Bemühen ist es auch gelungen, die Platzfrage zu lösen, indem zunächst für die Dauer eines Jahres, die Wiese von Albert Höllein (zum Preis von 500,-- Mark) gepachtet wurde“.

 

 

 

Soweit die bewegenden Protokolleintragungen vom September 1945.

 

 

 

Bereits am 17. November 1945 fand unter Vorstand Andreas Bergmann in der Gastwirtschaft Andreas Gick die erste Mitgliederversammlung statt, wobei die 1. Mannschaft zum 25. November 1945 wieder zu Verbandsspielen gemeldet werden konnte (ebenso die 2. Mannschaft außer Konkurrenz).

 

 

 

Mit viel Mühe und Ausdauer gelang es Andreas Bergmann nach dem 2. Weltkrieg, von Haus zu Haus wandernd, die noch vorhandenen Sportkleidungen, Schuhe, Bälle usw. zusammenzutragen.

 

So konnte nach kurzer Zeit bereits wieder mit zwei Mannschaften angefangen werden.

 

ein heikles Problem bildete zunächst die Sportplatzfrage, nachdem der bestehende Platz

 

während des Krieges der Ernährung (Kartoffelacker) nutzbar gemacht wurde und damit zur damaligen Zeit nicht verfügbar war.

 

Nach langen Verhandlungen erklärte sich der Landwirt Hans Fleischmann bereit, seine an der Michelauer Straße (gegenüber dem Autohaus Engelhardt) gelegene Wiese zur Verfügung zu stellen.

 

Bereits am 25. November 1945 nahmen, wie bereits im Protokollbuch geschildert,  bereits die Verbandsspiele ihren Anfang.

 

Im Frühjahr 1946 konnte der alte Platz am Main zurückgewonnen werden.

 

Er wurde mit viel Mühe und Arbeit wieder instandgesetzt.

 

Das Jahr 1949 brachte die Meisterschaft der B-Klasse und damit den Aufstieg in die A-Klasse.

 

Die damalige Elf nannte man „Die Roten Teufel“.


 

In den folgenden Jahren begann bei vielen Nachbarvereinen die Suche nach guten Fußballern, wovon auch der FC Schwürbitz nicht verschont blieb.

 

Manch guten Fußballer verlor man durch Abwanderung. Selbstverständlich spielte ein guter und sicherer Arbeitsplatz mit eine Rolle.

 

Dieser Umstand führte dazu, daß der Verein im Jahr 1955 wieder in die B-Klasse absteigen mußte.

 

Einen weiteren Meilenstein in der Vereinsgeschichte bildete die Fahnenweihe am 22. Mai 1955, die für den Verein ein voller Erfolg war.


 

Noch im gleichen Jahr erbrachte ein Gesuch einen Totozuschuß, der zur Anschaffung von Baumaterial verwendet wurde.

 

Nachdem die Gemeinde Schwürbitz in dankenswerter Weise 1956 den Sportplatz ankaufte und an den FC verpachtete, wurde im Jahr 1958 der Rohbau des Clubheimes – nach Initiative von Ersten Vorsitzenden Valentin Wich – erstellt.

 

Die feierliche Einweihung, verbunden mit dem 50-jährigen Gründungsfest, wurde in den Tagen vom 13.-14. Juni 1959 im großen Rahmen gefeiert.

 

Bereits 1960 konnte ein Erweiterungsbau durchgeführt werden.

 

Valentin Wich war es auch, der in den 50iger Jahren Spielleiterbücher einführte, denn vorher wurde derartiges nicht vermerkt.

 

Seit dieser Zeit können alle Spielpaarungen, Aufstellungen und Ergebnisse nachgelesen werden.

 

Eine enorme Leistung, wenn man bedenkt, daß umliegende Vereine mit einigen Ausnahmen noch kein Clubheim besaßen.

 

 

 

Als Pioniere der 50iger Jahre dürften Andreas Bergmann, Andreas Gick und Hans Pohl genannt werden. Sicherlich auch noch viele andere nicht Genannte.

 

Die sechziger Jahre gestalteten sich besonders für die 2. Mannschaft erfolgreich, denn dreimal hintereinander holte sie die Meisterschaft.


 

Die 1. Garnitur mußte jedesmal passen. Der Aufstieg schien jedesmal so nahe. Namhafte Fußballspieler, wie Guthseel Flori, Freitag Heinz, Müller Alfons, Herbst Bernd usw. sorgten jahrelang durch ihre vielen Tore für hohe Siege.

 

Jahrelang wurden Spitzenplätze eingenommen.

 

In den 60iger Jahren wurde auch wieder eine Altliga neu belebt.

 

Hauptinitiator war der engagierte Paul Scherzer.

 

Paul Scherzer sorgte jahrzehntelang für den Fortbestand der Altliga und war zusammen mit seiner Ehefrau Irmgard (auch „FC-Mutti“ genannt), aus dem Altligageschehen nicht mehr wegzudenken.

 

Im Jahre 1967 erstellte der Verein unter Ersten Vorsitzenden Willi Weberpals eine Flutlichtanlage, die im Umkreis viel Lob fand. Metallwarenfabrikant Adam Mayer baute die Flutlichtmasten zusammen.

 

In dieser Zeit unterstützte Altbürgermeister Karl Götz den FC Schwürbitz im Hintergrund und stand Ersten Vorsitzenden Willi Weberpals immer mit Rat und Tat zur Seite.

 

Unter Ersten Vorsitzenden Daniel Gruber wurde die Clubheimgaststätte gebaut, wobei Brauereibesitzer Günther Fischer viel dazu beitrug.

 

Eine stärkere Flutlichtanlage wurde unter Ersten Vorsitzenden Lothar Pohl im Jahre 1979 errichtet.

 

1973 stieg man wiederum in die A-Klasse auf und spielte dort zwei Jahre.

 

Ein erneuter Aufstieg im Jahre 1977 brachte vier A-Klassen-Jahre mit sich.

 

Besonders hervorzuheben sind die Erfolge im Rodach-Main-Turnier.

 

In den Jahren 1976, 77, 78, 79, 83, 86 und 87 konnte jeweils der 1. Platz belegt werden.

 

Diesbezüglich war der FC Schwürbitz jeweils „Sau-Turnier-Sieger“.

Nach einer langen Unterbrechung gewann der FC Schwürbitz jeweils in den Jahren 2002 und 2003 erst wieder das Rodach-Main-Turnier.